Wir verwenden Cookies, um Ihnen eine gute Nutzererfahrung zu bereiten. Außerdem werden auch Cookies von Dritten verwendet. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen in der Cookie Policy

You have declined cookies. This decision can be reversed.

You have allowed cookies to be placed on your computer. This decision can be reversed.

SKJ bei Facebook
Werde Mitglied
Kontakt
Südtirols Katholische Jugend
Mittwoch, 24 Mai 2017 09:23

SKJ Olang - Infoabend mit Don Mario Gretter

SKJ Olang - Infoabend mit Don Mario Gretter Jugenddienst Bruneck

Islam ist??

Die Berichterstattung der Medien zu erschreckenden Anschlägen durch die ISIS führt rasch dazu, in unserem Bewusstsein Terror mit Islam zu verbinden.

Bei der Veranstaltung „Islam ist“ ging es um das genauere Kennenlernen dieser Religion und um eine kritische Reflexion. Organisiert wurde der Informationsabend von der SKJ Olang in Zusammenarbeit mit dem Jugenddienst Bruneck, der Gemeinde und dem Jugendbeirat Olang, der Bezirksgemeinschaft Pustertal und den Pfarreien der Gemeinde. Als Referent war Mario Gretter eingeladen, ein bekannter Experte für Fragen zum Islam. Gretter Ist katholischer Pfarrer in Bozen und Beauftragter für Ökumene und Interreligiösen Dialog in unserer Diözese. Er lebte mehrere Jahre in Kairo, wo er ein Islamistikstudium absolvierte.
Im Vorfeld der Veranstaltung hatten Jugendliche der SKJ-Jugendgruppe Olang Fragen zum Thema „Islam ist ??“ im Dorf gesammelt. Bei den Kirchen und im Dorf wurden Frageboxen aufgestellt. Darin fanden sich neben allgemeinen Fragen zu Feiertagen, Bräuchen und zur Geschichte des Islam, auch solche zu Radikalisierung und Selbstmordattentätern. In den Ausführungen und bei der Diskussion kamen auch diese kritischen Punkte zur Sprache. Mirjam Palanga, eine der interessierten Zuhörerinnen merkte u.a. an, dass die Teilnehmer dieser Veranstaltung neben den Wahrheiten des Korans, den Unterschieden zu Christen oder dem heiklen Thema ISIS einiges über die wahren Überlieferungen Gottes durch den Vergleich mit der Bibel mitnehmen durften.
Mario Gretter ging bei seinen Erklärungen tief in die Thematik ein und vermochte das Thema in objektiver Weise zu beleuchten. Dabei legte er Wert darauf, dass der Islam keinesfalls als Religion mit gleicher Denk- und Handlungsweise aller Gläubigen verstanden werden kann. Im Islam existieren verschiedene Sichtweisen, Strömungen und Übersetzungen der Heiligen Texte, ähnlich wie auch im Christentum. Selbst unter den radikalsten Fundamentalistengruppen gibt es erhebliche Differenzen in der Auslegung der Religion. Der Krieg wird im Islam nur zur Verteidigung legitimiert. Selbstmord ist im Koran strengstens verboten, wird aber in Extremistenkreisen als Notwendigkeit zur Verteidigung gegen Übermacht und Ausbeutung durch die restliche Welt ausgelegt und zu Machtzwecken missbraucht.
Pfarrer Mario Gretter überzeugte durch seine fundierten Kenntnisse der Bibel, des Korans und der Thora. In interessanter Weise konnte er den Zuhörern die Gemeinsamkeiten und Divergenzen dieser Heiligen Schriften vermitteln. Als wichtig erachtete Gretter die Unterscheidung zwischen Kultur und Religion. „Heiliger Krieg“, Geschlechterrolle, Körperverhüllung und Kopftuch, die Verurteilung von Homosexualität haben kulturell sozialen Ursprung. Die Religion wird zur Bekräftigung  traditioneller Denk- und Verhaltensmuster benutzt.
Christen, Moslems und Juden verbinden eine gemeinsame Entstehungsgeschichte und der Glaube an den einen Gott. Dies sollte uns Mut machen, die Mauern von Angst und Vorurteilen zu durchbrechen. Die Begegnung mit Unbekanntem stellt uns vor neue Herausforderungen. Hinter jeder Religion stehen aber letztlich Menschen mit ihren Sehnsüchten, so die Quintessenz dieser Veranstaltung, zu der großteils junge Menschen erschienen waren. Eine bewusste und objektive Auseinandersetzung auch mit heiklen Themen ermöglicht besseres Verstehen und respektvolle Begegnung.